Für den Bau von japanischen Shakuhachi wird sogenannter Madake-Bambus verwendet.

Im Bambushain angelangt, beginne ich mit der Suche nach einer geeigneten Länge.
Das ist gar nicht so einfach und oftmals muss ich lange suchen. Jeder Bambus ist
besonders und eigen, hat seinen eigenen Charakter und Aussehen. Je nach Standort
und Erde, in der er gewachsen ist. Der beste Bambus wächst in den Bergen Japans in einer
bestimmten Höhe. Er wächst langsam und dicht. Er hat wenig Zucker, wie die Japaner sagen. Ich bevorzuge
Bambus aus Nagano. Er ist besser als Bambus aus tropischen Gegenden. Teilweise wächst er an
steilen und schwierig zugänglichen Hängen. Geerntet wird im Winter, wenn der Bambus wenig Saft hat.

Besonders wenn eine bestimmte Länge gewünscht wird, muss ich lange suchen.
Eine Hilfe dazu ist ein altes Shaku-sun Maßband, auf dem die Länge gleich in Shaku- und sun aufgezeichnet ist. Im
Video oben sieht man den Bambuswald, der neben dem Tempel von Shiku Yano liegt. Dort gehe ich immer gerne spazieren und betrachte den Bambus, wie er sich im Wind wiegt.
Das aneinanderschlagen der Röhren erzeugt einen schönen Klang. Die Vögel steuern auch immer ein Liedchen bei.
So einen Bambus auszugraben ist schon mühsam. Manche wurzeln sehr tief und ich
grabe dann schon mal eine halbe Stunde (Verletzungsgefahr des Bambus).
Danach müssen die Wurzeln und Erde entfernt werden:
Hier ist schon ein Großteil der Wurzel- und Erdentfernungsarbeiten erledigt.
Danach wird der Bamus noch gewaschen und danach geröstet (aburanuki).
Beim Rösten wird das Bambusöl entfernt und die Farbe wechselt von grün
nach braun/gelb.


Nach dem Waschen und vor "aburanuki" (abura = Öl und nuku = wegmachen oder wegnehmen)


Aburanuki in Nagano über speziellen kleinen Öfen. Geht auch "drinnen". Ein sehr dynamischer Prozess.
Man muss vorsichtig rösten und alle Stellen behandeln. Der Bamus wird verwandelt!
Ist man fertig, hat man pro Bambus schon eine Arbeitszeit von gut drei Stunden hinter sich. Nach dem
Rösten liegt er noch 4 bis 6 Wochen in der japanischen Wintersonne in der guten Bergluft Nagano`s. Dann
wird er eingelagert. Je länger, desto besser. Ich habe Bambus, der über 20 Jahre gelagert wurde. Dann
ändert er seine Struktur. Er ist nicht mehr so faserig und springt dann nicht mehr.
Bambus aus Nagano wächst sehr langsam und ist dichter in der Struktur. Wie man sieht. Um einen
Bamus zu gewinnen sind viele Stunden Handarbeit nötig!